Bewerbung eines Homöopathikums mit über die Indikation hinausgehenden Eigenschaften

Aktenzeichen: 9 U 895/15, LG Koblenz
Datum: 06.05.2016

Das OLG Koblenz hat sich in einem Berufungsverfahren mit Werbeaussagen zu zwei homöopathischen Kombinationsarzneimitteln befasst. Das Homöopathikum „S“, das gemäß der homöopathischen Arzneimittelbilder zur Behandlung von Entzündungen des Hals-Nasen-Rachenraums und der Nasennebenhöhlen“ zugelassen ist, wurde u.a. mit den Aussagen: „Hilft schnell und effektiv (bei chronischer Sinusitis)…“ sowie „das homöopathische Komplexmittel wirkt…regenerierend auf die Nasenschleimhaut (Sinusitis)“, beworben. Das Homöopathikum „C“, mit dem Anwendungsgebiet „Nervöse Störungen wie Schlafstörungen und Unruhe, Verstimmungszustände“, bewarb der Hersteller mit „fördert Gelassenheit“, „helfen, den alltäglichen Herausforderungen wieder gestärkt entgegenzutreten“ sowie „fördert die Selbstheilungskräfte“ und „stellt das körperliche und seelische Gleichgewicht wieder her“. Ein Wettbewerbsverein hatte die Aussagen beanstandet, da sie gegen § 3 und § 3a HWG verstoßen. Die Aussagen würden weit über die Anwendungsgebiete hinausgehende Wirkeigenschaften ausloben. Bezüglich der zusätzlichen Wirkungen habe der Hersteller zudem keinen Wirknachweis erbracht.

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